vhs-Kulturbus im Hachinger Tal
Auf den Spuren der ersten Wittelsbacher
Oberwittelsbach, Kloster Scheyern, Kloster Indersdorf
Der Kulturbus im Hachinger Tal

Der vhs-Kulturbus im Hachinger Tal - Unterwegs zu Kunst und Kultur

Die vhs-Reihe "Kennen Sie Bayern?" begann 2006 mit dem Besuch künstlerisch herausragender Kirchen und Klöster. In dieser Reihe fehlten bis jetzt die Klöster Scheyern und Indersdorf.

Benediktinerabtei zum Heiligen Kreuz, Scheyern
Wenige altbayerische Klöster weisen eine so bewegte Vergangenheit auf wie Scheyern. Die Grafen von Scheyern übergaben den Benediktinern vom Petersberg 1119 ihre alte Stammburg und bezogen als neues Zentrum ihrer Herrschaft die Burg Wittelsbach. Die Wittelsbacher, wie sie sich fortan nannten, nutzten ihr Hauskloster bis 1253 als Grablege der Familie. Aus dieser Zeit sind mehrere Handschriften erhalten, die den hohen Rang der Scheyerner Buchkunst bezeugen. Weithin bekannt bis auf den heutigen Tag ist die Wallfahrt zu den Partikeln des Heiligen Kreuzes Christi, die das Kloster seit 1180 aufbewahrt. Bayerns erster Kurfürst Maximilian ließ die Klostergeschichte und damit seine eigene Vorgeschichte von Peter Candid in einer Serie früher Historienbilder darstellen, einer Bildquelle ersten Rangs der bayerischen Geschichte. Eine Glanzzeit der Abtei stand im Zeichen der katholischen Aufklärung und des späten Rokoko. Im Rahmen der Säkularisation wurde das Kloster am 1. April 1803 aufgelöst, das Gotteshaus wurde Pfarrkirche. Der geschichtsbewusste König Ludwig I. förderte die Neubelebung. So zogen im Mai 1838 Benediktiner aus Metten in Scheyern ein. Die neue Propstei wurde bereits 1842 wieder zur Abtei erhoben. Seit 1980 ist die Klosterkirche auch päpstliche Basilika. Das Innere des Kirchenraums erfuhr um 1878 eine Umgestaltung im neoromanischen Stil, die wiederum 1924 durch eine Rekonstruktion der Rokokofassung abgelöst wurde.

Das Kloster Indersdorf
ist ein ehemaliges Kloster der Augustiner-Chorherren und späteres Kloster der Salesianerinnen. Nach Scheyern und Ensdorf war Indersdorf das dritte Hauskloster der Wittelsbacher. 1128 erfolgte die Weihe der Kirche zu Ehren Mariä und der Apostelfürsten Petrus und Paulus. Von dieser ersten Kirche sind heute noch der Grundriss und das romanische Portal erhalten. Das Stift war reich ausgestattet, erlitt aber im Dreißigjährigen Krieg hohen Schaden durch Zerstörungen und Seuchen. Der Großteil der Bevölkerung wurde dahingerafft. Erst mit Einwanderern aus Tirol, Kärnten, der Steiermark und Baden konnte man die verlassenen Höfe wieder in Betrieb nehmen. Ende des 17. Jahrhunderts besserte sich die finanzielle Lage. So ist der neue Hochaltar ein Prunkstück altbayerischer Altarbaukunst. In den Jahren 1754 bis 1758 erhielt die Kirche ihre heutige Rokokoausstattung. Aus Kostengründen beließ man aber das gotische Bauwerk mit seiner engen Pfeilerstellung und dem schmalen, hohen Raum und stattete das Innere mit reicher Dekoration aus. So entstand eine der prächtigsten Kirchen im nördlichen Münchner Raum. Das gotische Mauerwerk und die reiche Ausstattung im Stil des Rokoko gingen eine perfekte Verbindung ein. Die hohen Baukosten leiteten aber auch das Ende des Klosters ein. 1783 wurde das Stift wegen finanziellen Bankrotts aufgehoben. Salesianerinnen lebten von 1784 bis 1831 in den Gebäuden. 1856 übernahmen Barmherzige Schwestern die Anlage als Kinderbewahranstalt. Die Schwestern wurden 1938 durch die Nationalsozialisten vertrieben, die im Klostergebäude ein Jugenderziehungsheim im Sinne der NS-Volkswohlfahrt einrichteten. Zwischen 1945 bis 1948 wurden im Kloster Indersdorf "Displaced Persons", meist jüdische Kinder und Jugendliche aus dem Konzentrationslager Flossenbürg von den Barmherzigen Schwestern betreut.

Reiseverlauf:
Der Kulturbus bringt uns zur "Wiege Altbaierns", wie der Landkreis Aichach-Friedberg auch genannt wird. Während der Anfahrt werden Prof. Dr. Hofstetter und Günter Staudter die Geschichte der ersten Wittelsbacher und die Geschichte der beiden Klöster kurz erläutern. Ein kurzer Abstecher führt uns zum Wasserschloss Unterwittelsbach, der zeitweiligen Sommerresidenz von Herzog Max in Bayern mit seiner Tochter Sisi, der späteren Kaiserin von Österreich-Ungarn. Wir steigen zum Stammsitz der Wittelsbacher in Oberwittelsbach hinauf. Anstelle der 1209 geschleiften Burg erhebt sich die spätgotische Kirche Maria vom Siege, daneben das neugotische "Wittelsbacher Nationaldenkmal" von 1834. Danach erreichen wir das Kloster Scheyern, wo ein Benediktinerpater uns durch das Kloster führt. Wer möchte, kann dann in der Klosterschänke der drittältesten Brauerei Deutschlands (seit 1119) zu Mittag essen. Nachmittags werden wir im ehemaligen Kloster Indersdorf erwartet und verlassen danach das "Wittelsbacher Land".

Bei allen Kirchenführungen muss mit einer Programmänderung gerechnet werden, wenn zum vereinbarten Führungstermin beispielsweise ein Trauergottesdienst Vorrang hat.

Abfahrten:
vhs Sauerlach: 7:30 Uhr
vhs Oberhaching: 7:45 Uhr
Taufkirchen: S-Bahn, Eschenstraße, 7:55 Uhr
vhs Unterhaching ab KUBIZ: 8:00 Uhr
Fahrten mit dem Bus der Firma Burgmayr/Otterfing:

Rückkehr gegen 18:00 Uhr.

Referenten:
Prof. Dr. Alfons Hofstetter, Heimatpfleger Günter Staudter und örtliche Kunstführer

Kosten für Fahrt und Führungen ohne Verpflegung: 58,00 EUR
Samstag, 7. Juli 2018, 8:00 Uhr ab Unterhaching

Beginn:Samstag, 07. Juli 2018
Ende:07. Juli 2018
Uhrzeit:von 08:00 Uhr bis 18:00 Uhr
Dauer:Termin

Nummer:13125
Ort:
Treffpunkt in Unterhaching am KUBIZ
Gebühr:
58,00 €
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